Gemeindechronik

Das Gebiet der Gemeinde Hartl liegt zwischen dem Tal der Feistritz und der Pöllauer Safen im politischen Bezirk Hartberg. Im Norden der Gemeinde führt die Wechselbundesstraße im Bereich des Weilers Frauenhofen durch das Gemeindegebiet. Mit Ausnahme des Dorfes Hartl, das zur Pfarrgemeinde Großsteinbach gehört, ist die gesamte Gemeinde der röm. kath. Pfarrgemeinde Kaindorf zugeteilt. Ist dort auch zum größten Teil eingeschult und im dortigen pfarrweiten Vereinsleben integriert.

Das Landschaftsbild der Gemeinde Hartl wird durch hügeliges Gelände mit blockartigen Waldstücken und dazwischen liegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen geprägt.

Nur das Dorf Hartl im Süden der Gemeinde ist als kleines Dorf ein größerer geschlossen wirkender Siedlungskörper. Sonst herrschen Weiler und Einzelhofsiedlungsgebiet in Streulage vor. Der Nörningbach mit seinen Seitenbächen gliedert die Gemeinde in ihrem Mittelbereich ebenso wie der Arzbach mit seinen Seitenarmen im Norden der Gemeinde.

Die heute noch bestehenden Siedlungsplätze entsprechen im Wesentlichen den frühesten Zentren der Besiedlung dieses Gebietes. Hartl, dem Namen nach der kleine Wald, wird als kleine dörfliche Siedlung fast zur Gänze vom ehemals Herbersteinischen Hofwald umgeben. Im Süden weist die Bezeichnung Kapellenwald auf die nahe, unmittelbar an der Südostecke der Gemeinde Hartl liegende Dorfkirche von Auffen. Nordöstlich weiterführend, treffen wir auf den Weiler Kundegraben, ein nach Norden offenes Seitental des Nörningbaches. Dieses Gewässer öffnet die Landschaft gegen Osten, wobei nur der westlichste Teil der Streusiedlung Nörning zur Gemeinde Hartl gehört. Nördlich davon liegt auf einer Anhöhe der Siedlungsplatz Weixelberg, woran weiter nach Norden die in den Arzbach mündende Talschaft Gfangen liegt.

Westlich von Weixelberg liegt auf einem Höhenrücken in sonniger Lage der Weiler Rohregg. Nördlich davon entspringt der Arzbach, der mit dem Frauenhofnergraben eine markante Landschaftszone bildet. Nochmals nördlich davon auf dem Hohenrücken zwischen Arzbach und Tiefenbach verläuft die Wechselbundesstraße B 54, auf halber Höhe liegt der Weiler Frauenhofen abseits der Bundesstraße, die durch eine Umfahrung den Hauptverkehr fernhält.

Abschließend wenden wir uns noch westwärts einer weiteren markanten Siedlungsgruppe auf einer Anhöhe zwischen Frauenhofnergraben und dem Feistritztal zu. Hochstadl, eine Weilergrenze an der Straße, die zugleich die Gemeindegrenze zu Hofing bildet. Folgt man dem Weg südwärts, gelangt man in eine sanfte Mulde, dem Weiler Hinterwald an der Grenze zu Illensdorf und Blaindorf. Würde man den Weg von hier aus weiterwandern, würde man wiederum nach Rohregg, Nörning oder Hartl gelangen, stets an der Grenze zu Blaindorf und Kroisbach entlang.

Während man im Tal des Nörningbaches auf ca. 340 m Seehöhe, gleich hoch liegt, wie am Arzbach bei Frauenhofen, erreicht man bei Hartl und Hochstadl die höchste Erhebung mit rund 450 m Seehöhe. Rohregg liegt auf 401 m und Weixelberg auf 407 m Seehöhe.

Im landesfürstlichen Urbar von 1265/67 wird das Dorf Hart, also die früheste Siedlung im Waldland erstmals erwähnt. Das Nachbardorf Hartl (der kleine Wald) wird erst 1331 urkundlich genannt, entstand also etwas später.
 

Gemeindewappen

Jedes neue Gemeindewappen hat sich von schon geführten unverwechselbar zu unterscheiden und seine Figur muss einen unmittelbaren Bezug zur Gemeinde herstellen. Dieser kann in Geschichte, Kultur, Beschaffenheit und Wirtschaft gefunden werden oder in einem redenden Zeichen, das den Namen der Gemeinde ausdrückt.

Hartl meint im Gegensatz  zu Großhart den kleinen Wald. Es lag daher nahe, den kleinen und auch bescheidenen Wald im Wappen darzustellen. Da es nun, und das nicht nur in der waldreichen Steiermark, schon unzählige Gemeindewappen mit der Wiedergabe des Waldes gibt, war für Hartl eine Figur zu finden, die bisher kaum einmal und in der Steiermark noch nie in einem Gemeindewappen steht. Deshalb wurden als Teil für das Ganze die Föhrenzapfen mit Nadeln für Hartl gewählt. Gerade auf den mageren und schotterigen Böden der Gemeinde wachsen Föhren. Doch auch an eine mundartliche Bezeichnung für die Föhrenzapfen wurde gedacht, die Hirterbirn, die eigentlich die Härterbirn, scherzhaft die Waldbirne meint. Das -I- in diesem uralten Wort ist durch eine Eigenart der oststeirischen Mundart bedingt, die ein -Ä- und -E- vor einem -R- so hochtonig ausdrückt, dass es als -I- erklingt.

Um diese bescheidene Figur der Hirterbirn bestmöglich zur Geltung zu bringen, galt es eine heraldische Form zu finden, die von allen bisherigen steirischen Gemeindewappen abweicht und sich durch Schönheit auszeichnet. Da die Jugend von Hartl den Scherzspruch "Hartl ist ein Königreich, rundherum liegt Österreich" aufbrachte, drängte es sich auf, das Wappen der Gemeinde Hartl nach einem königlichen Wappen zu gestalten. Es bot sich der noch nie in einem Gemeindewappen verwendete Doppelstabbord des Königreiches Schottland an, weil dieses Wappen zu den vornehmsten überhaupt zählt. Wie andere Figuren genommen wurden, sollten auch die Farben andere sein. Da Hartl anfänglich Teil dieses landesfürstlichen Forstes zwischen Feistritz und Safen war, erhielt das Wappen von Hartl Silber und Grün des Landes Steiermark.

Wie die einzelnen Föhrenzapfen mit den Nadeln nicht allein für die einzelnen Ortschaften der Gemeinde und damit für jeden Bürger stehen, dabei in besonderer Art auch  den Namen der Gemeinde ausdrücken, so umfasst der Doppelstabbord als Sinnbild der Zusammengehörigkeit die ganze Gemeinde, deren bescheidene Einfachheit sich durch edle Schönheit ausdrücken will.